14. Vernon Smith Prize verliehen: Die Anmassung von Wissen als Methodik des Regierens

14. Vernon Smith Prize verliehen: Die Anmassung von Wissen als Methodik des Regierens
Michael Wohlgemuth (Moderator), David McMillan (1. Preisträger (untere Reihe): Niels Behrmann (2. Preisträger), Mateusz Michnik (3. Preisträger)

Vaduz (FL) S. D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein hat den 14. Vernon Smith Prize verliehen. Drei Studierende haben überzeugend argumentiert, weshalb die menschliche Neigung, sich auf statistische Modelle und theoretische Vorhersagen zu stützen, um Entscheidungen zu treffen, eine positive gesellschaftliche Entwicklung gefährden kann. Zur 14. Durchführung des Vernon-Smith-Prize Essay-Wettbewerbs wurden 49 Essays eingereicht, mehrheitlich aus Europa, Südamerika und den USA.

Der Wettbewerb wird alljährlich vom in Vaduz ansässigen Think Tank European Center of  Austrian Economics Foundation (ECAEF) organisiert und gesponsert sowie international ausgeschrieben. 3 junge Studierende haben die Fachjury schliesslich mit ihren Argumentationen überzeugt:

- Gewinner des 3. Preises ist: Mateusz Michnik (21 Jahre) aus Polen
- Gewinner des 2. Preises ist: Niels Behrmann (24 Jahre) aus Deutschland
- Gewinner des 1. Preises ist: David A. McMillan (22 Jahre) aus UK

Politische Entscheidungsträger begegnen der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Komplexität unserer Zeit, indem sie sich auf statistische Methoden, vergangenheitsbezogene Daten und Computersimulationen stützen. Je mehr Erkenntnisse auf diese Weise generiert werden, so die Denkweise, desto vorhersehbarer wird die Zukunft und desto steuerbarer wird die Gegenwart. Dieses Vorgehen hat sich beispielsweise in der Corona-Pandemie gezeigt. Die Irrationalität des menschlichen Handelns und die notwendige Kenntnis aller Fakten – zwei zentrale Aspekte in diesem Zusammenhang – werden dabei zumeist zu wenig oder gar nicht berücksichtigt. Das gefährdet eine positive gesellschaftliche Entwicklung, aus folgenden Gründen:

1. Auch die beste Simulation kann das soziale und wirtschaftliche Verhalten der Menschen nie exakt erfassen und zentral getroffene politische Entscheidungen berücksichtigen keine lokalen Abweichungen.

2. Allgemeingültige Regeln lassen sich nicht aus ökonomischen Daten ableiten, da sie nur die Vergangenheit menschlicher Werturteile abbilden.

3. Eine Anmassung von Wissen führt zur Ablehnung von Andersdenkenden und kann mitunter die Popularität von totalitärem Denken begünstigen.

4. In der Konklusion verführt eine Anmassung von Wissen zu politischen Entscheidungen, die weniger auf Fakten oder auf Notwendigkeiten beruhen, sondern mehr auf Ideologien oder Wunschdenken.

S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, in seiner Funktion als Präsident des ECAEF-Stiftungsrats, hat die Preisträger feierlich ausgezeichnet und seinen Dank auch allen Teilnehmenden ausgesprochen, die ihre Essays eingereicht haben.

Der nächste Vernon Smith Prize wird im Frühjahr/Sommer 2022 ausgeschrieben werden. Der ECAEF-Stiftungsrat würde sich sehr freuen, wenn auch Studierende aus der DACHLI-Region sich daran beteiligen würden.

European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF) ist ein liberaler Think Tank mit Sitz in Vaduz/Liechtenstein. ECAEF begrüsst die Tradition der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und fördert durch verschiedene Aktivitäten das Verständnis dieser sozioökonomischen Theorie. ECAEF steht für Eigenverantwortung, freie Marktwirtschaft und ein sinnvolles Mass an staatlichen Aktivitäten und möchte die Öffentlichkeit zur positiv-kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftsrelevanten Themen bewegen. ECAEFs Ziel ist, alternative Lösungsmöglichkeiten für Probleme unserer Zeit aufzuzeigen.

Der Vernon-Smith-Prize ist nach Vernon L. Smith, Professor am Economic Science Institute der Chapman University in Orange, Kalifornien (USA), benannt. Smith war gemeinsam mit D. Kahneman der Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 2002. Smith gilt weltweit als der Begründer der Behavioral Finance und Experimental Economics. Er ist einer der führenden Vertreter der 6. Generation der Austrian School of Economics. Smith arbeitet im Gremium des inter-nationalen akademischen Beirates am ECAEF mit und steht den Ideen des Think Tanks sehr nahe. Der Vernon Smith Prize ist ein Wettbewerb für junge Studierende und wird für Arbeiten vergeben, die im wissenschaftlichen Ansatz der Österreichischen Schule der Nationalökonomie verfasst werden.

 

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