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(Foto: Universität Liechtenstein)

Zweites Campus-Gespräch der Universität Liechtenstein: "Wie sieht das gute Leben aus?"

22. Oktober 2015 | 15:38 Autor: Universität Liechtenstein Startseite, Liechtenstein

Vaduz (FL) Beim 2. Campus Gespräch der Universität Liechtenstein am Mittwochabend stand die Frage nach dem „guten Leben“ im Mittelpunkt. Zahlreiche Gäste verfolgten interessiert die Gedanken der beiden Referierenden.

Führen wir ein Leben in Fülle? Kann man zu vernünftig sein, um ein vernünftiges Leben zu führen? Welcher Weg führt zum Glück?

Renaissance des Geniessens
Der Kulturphilosoph Robert Pfaller machte in seinem Referat deutlich, dass sich die Definition eines „guten Lebens“ im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt hat, auch in jüngster Zeit. So sei in den letzten 20 Jahren – der Epoche der sogenannten Postmoderne oder des Neoliberalismus – all das, was bis dahin für Vernügen, Freude und Lust stand wie Flirten, Nonkonformismus oder leibliche Genüsse, zu einer „Quelle des Ekels, der Abscheu, der Unlust geworden“. In seinem Plädoyer für mehr Genuss zitierte er den 1919 in München hingerichteten Kommunisten Eugen Leviné : „Wir … sind Tote auf Urlaub“ und forderte das Publikum auf, diesen „Urlaub“ mit prallem Leben zu füllen.

Grenzenlose Liebe
Die zweite Referierende des Abends, die spirituelle Lehrerin Annette Kaiser, griff die Frage Pfallers, „Wofür lohnt es sich zu leben?“ auf, stellte dabei aber im Unterschied nicht auf die äusseren Umstände, sondern auf die innere Befindlichkeit ab. Sie stellte die Fragen „Warum sind wir hier auf der Welt?“ und „Was ist der Mensch in der Essenz“. Kaiser riet den Zuhörerinnen und Zuhörern, sich ganz auf den Moment zu konzentrieren und so viele kleine Glücksmomente zu geniessen. „In der grenzenlosen Liebe liegt der Genuss des Lebens, und man kann nur wirklich glücklich sein, wenn alle anderen auch glücklich sind“, ist Annette Kaiser überzeugt.

In der anschliessenden Gesprächsrunde, moderiert von Claudia Schanza, wurde unter anderem diskutiert, ob die Frage „wofür es sich zu leben lohnt“, sich nur in einer Gesellschaft stellt, in der alle Grundbedürfnisse befriedigt sind, und ob es immer eine Krise brauche, um des eigenen Glücks gewahr zu werden.

Im 3. Campus Gespräch am 18. November werden eine Bildungsfachfrau, ein ehemaliger Chefarzt, eine junge Geschäftsführerin eines Mentorat-Programms und ein Gründer eines Patenschaftsvereins in einer Podiumsrunde der Frage nachgehen, wie sie zu Glück und einem guten Leben der Gesellschaft beitragen.

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